m:n-Relationen#
Mit Ausnahme der Benennungen von Akteuren (siehe 1:n-Relationen werden Beziehungen zwischen Entitäten als m:n-Relation ausgedrückt. Für die Darstellung dieser Relationen wird eine eigene Entität ("Relationen") verwendet. Die zulässigen Relationsaussagen sind in einer Definitionstabelle ("RelDef") vereinbart.
Symmetrie und Umkehr-Relation#
Relationen können auf zweierlei Weise benannt sein:
- mit einem Substantiv (z.B. "Regie") und
- mit einer Verbalphrase (z.B. "aufgeführt in").
Relationen in Substantiv-Form lassen sich symmetrisch verwenden, auch wenn die Aussage meist antisymmetrisch ist:
- Filmwerk Regie Person (Das Filmwerk hat als Regisseur die angegebene Person), und
- Person Regie Filmwerk (Die Person wirkte als Regisseur beim angegebenen Filmwerk).
Relationen in Form von Verbalphrasen sind ausdrücklich antisymmetrisch, wenn eine Umkehrform in der Definitionstabelle angegeben ist:
- Filmmanifestation aufgeführt in Aufführung, und
- Aufführung war Aufführung von Filmmanifestation
Relationsname#
Jede definierte Relation wird durch einen Relationsnamen identifiziert, der für ein gegebenes Entitätenpaar eindeutig sein muss. Für die Verwendung durch Anwendungsprogramme kann eine abweichende Schreibweise des Relationennamens definiert werden. Für explizit antisymmetrische Relationen kann außerdem die Schreibeweise der Umkehr-Relation definiert werden.
Relationengruppe und Notation#
Für bestimmte Paare von Entitäten (z.B. Person und Filmwerk) kann die Anzahl der definierten Relationen verhältnismäßig groß sein. In diesen Fällen können die entsprechenden Definitions-Einträge mit Gruppenbezeichnern (z.B. "Credits.Ton") versehen sein. Diese Gruppierungen geben Anwendungsprogrammen die Möglichkeit, inhaltlich verwandte Relationen zu identifizieren, ohne diese Verwandtschaft selbst definieren zu müssen.
Das Attribut Notation kann einen Systematikbezeichner enthalten, der als Rangfolge der Relationen innerhalb einer Gruppe ausgewertet werden kann. Anwendungsprogramme können die Notation nutzen, um die Reihenfolge der Präsentation festzulegen.
Domain und Range#
Diese Angaben legen fest, für welche Paare von Entitäten die Relation zulässig und gültig ist. Relationen werden immer für genau ein Paar von Entitäten definiert. In der vereinbarten Form müssen Relationen die Konstruktion von Aussagesätzen der Form Subjekt (Domain) - Prädikat (Relation) - Objekt (Range) erlauben. Sofern die Umkehrform der Aussage für die Anwendung relevant ist, sollte auch nach dem Vertauschen von Subjekt- und Objektinstanz eine sinnvolle Aussage entstehen, wobei nötigenfalls die Umkehrform der Relation als Prädikat einzusetzen ist.
Zusatzangaben#
Relationenaussagen stellen zwei Attribute für Zusatzangaben bereit, deren Bedeutung für jede Relation individuell definiert werden kann. Auf diese Weise können häufiger vorkommende ergänzende Aussagen direkt einer Relations-Instanz beigefügt werden.
In den Relationen zwischen Person und Filmwerk ist das erste Attribut fr Zusatzangaben zum Beispiel für die Aussage unter Namen definiert. Hiermit kann ausgesagt werden, dass die betreffende Person im Kontext der Relationenaussage nicht unter dem Vorzugsnamen, sondern unter einem anderen Namen (z.B. einem Pseudonym) in Erscheinung getreten ist.
Für die Relation Filmwerk Darsteller Person wird das zweite Attribut für Zusatzangaben zur Angabe eines Rollennamens genutzt. Bei anderen Relationen können Attribute für Zusatzangaben als "Detail" defininiert sein, um Aussagen aufzunehmen, für die sich kein vorgegebenes Relationen-Vokabular definieren lässt.
Wenn eine Zusatzangabe mit "Zeitangabe" bezeichnet ist, gilt hierfür die Syntax für Zeitangaben.
Komplexere Zusatzangaben zu einer Relationsinstanz können als reifizierte Relationen ausgedrückt werden.